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19. Oktober 2019

Warmer Sommer - Kalter Winter ? Eine statistische Übersicht.

2019 erlebten wir erneut einen sehr warmen Sommer. Können wir hieraus auf den Verlauf des Winters schließen?

Viele erhoffen sich nach dem Hitzesommer einen Eiswinter. In der Langfrist-Kolumne haben wir uns schon mögliche Zeichen für einen kalten Winter angeschaut. Werfen wir nun einen Blick auf die Statistik.

Dazu eine tabellarische Übersicht. Analysiert wurden Sommer mit einer Abweichung von 1,5 K oder mehr zum Mittel 1961-90 und den anschließenden Winter. (Nur Daten seit offiziellem Messbeginn 1881 verwendet)

             Sommer      Winter
1911      +1,5 K       +1,0 K
1947      +2,2 K       +1,4 K
1983      +2,0 K       +0,2 K
1992      +2,0 K       +0,7 K
1994      +2,1 K       +2,5 K
2002      +1,7 K       -0,8 K
2003      +3,4 K       +1,1 K
2006      +1,8 K       +4,1 K
2010      +1,5 K       -0,9 K
2015      +2,1 K       +3,3 K
2016      +1,5 K       +0,7 K
2017      +1,6 K       +1,4 K
2018      +3,1 K       +2,6 K
2019      +3,0 K          ???

Schnell wird deutlich, dass nach einem warmen Sommer oft ein warmer Winter folgte. Die Daten in Prozent umgerechnet:
Nach einem warmen Sommer folgte...
   ... zu 0% ein deutlich zu kalter Winter (Abweichung kleiner als -2 K);
   ... zu 0% ein leicht zu kalter Winter (Abweichung -2 K bis -1 K);
   ... zu 38,5% ein normaler Winter  (Abweichung -1 K bis +1 K);
   ... zu 30,8% ein leicht zu milder Winter (Abweichung +1 K bis +2 K);
   ... zu 30,8% ein deutlich zu milder Winter (Abweichung mehr als +2 K).

Die Zahlen zeigen, dass ein normaler Winter aus statistischer Sicht wahrscheinlicher ist, wie ein Supermild-Winter, die Chancen auf einen kalten Winter aber verschwindend gering sind.

Mitte November folgt in den Zyklus-News ein Update über den Winter, in dem wir uns anschauen, welche Zyklen der Winter für uns bereit hält.

15. Oktober 2019

Langfrist-Kolumne: 2019/20 - Zwei Langfrist-Koryphäen im Winter-Duell

Ein Beitrag vom Gastautor "ZJ"

Wetter-Enthusiasten, besonders Winterfreunde, werden seit längerer Zeit Jahr auf Jahr aufs Neue bestraft. Die Serie an Mildwintern scheint nicht abreißen zu wollen. Das Flächenmittel nach Bernd Hussing (bernd-hussing.de) zeigt: seit dem Winter 2010/11 gab es keinen kalten Winter mehr. Besonders die letzten Winter trafen Schnee- und Kältefreunde hart. 2018/19 war der Winter ganze 2,6K, 2015/16 sogar 3,5K zu mild (Referenzperiode 1961-90). Sicherlich gab es in Gebirgsregionen, insbesondere den Alpen, stark winterliche Phasen. Fakt ist aber auch: der Flachlandwinter ist zunehmend zur Rarität geworden. Manch ein Hobby-Meteorologe mit Wetterstation mag sich bereits fragen, ob es die Regenmesserheizung überhaupt noch braucht.

Langzeit-Experte Ivo Brück („Meteorologische Langzeitprognosen: Winter und Sommer selbst vorhersagen“) macht jedoch Hoffnung. Laut Brück endet dieses Jahr eine Warmzeit und macht den Weg frei für eine spürbar kühlere Periode. Der bevorstehende Winter soll laut ihm ein „Übergangswinter“ werden und damit zwar insgesamt mild aber zumindest besonders abwechslungsreich sein.
Schauen wir uns seine Prognosen zum kommenden Winter im Detail an. Brück geht davon aus, dass der Winter zwar nicht richtig kalt wird, jedoch auch nicht wärmer wird als die letzten. Das macht er unter anderem vom vergleichsweise kühlen September (+0,8K) und vom kalten Mai (-1,0K) abhängig. Diese schließen einen extremen Mildwinter aus. Dass alle drei Wintermonate mild oder sehr mild ausfallen hält Brück für äußerst unwahrscheinlich. Etwaige Wetter-Zyklen sind für den Winter 2019/20 nicht auffindbar.
Was den Verlauf der Jahreszeit angeht, sieht Brück einen eher frühen Winter. Bereits ab November sollen winterliche Phasen eintreffen. Auch die Weihnachtszeit, die bekanntlich oft mild ausfällt, soll kälter werden als die letzten Jahre. Der Januar wiederum soll nicht winterlich ausgehen. Zum Februar und dem weiteren Verlauf kann Brück noch keine Aussagen machen. Jedoch stellt er klar, dass ein kalter Februar wahrscheinlich ist, wenn die erste Dezemberhälfte kalt ausfällt. Achten wir also besonders auf den Dezember, der ein Zeiger für den Spätwinter sein könnte. Hierzu wird es von Ivo Brück bei Zeiten sicherlich Neuigkeiten geben. Insgesamt hält er eine Winter-Abweichung von 0 bis +1K für wahrscheinlich. Damit wäre der Winter 2019/20 kälter als fünf der sechs letzten Winter
.
Brück ist allerdings nicht der einzige, der sich an die Herausforderung einer Winterprognose heranwagt. Kai Zorn (ehem. wetter.com), ebenso bekannt unter Hobby-Meteorologen, stellt auch jetzt schon eine erste Winterprognose auf. Interessant ist hier besonders der Vergleich zwischen den Vorhersagen der beiden Langfrist-Experten. Zorn hält einen „Komplettausfall“ des Winters für höchst unwahrscheinlich, ebenso sieht er keinen „wahnsinnig“ kalten Winter. Damit geht Zorn soweit d’accord mit Brück. Interessanterweise sieht Zorn exakt wie Brück das Ende einer Warmzeit und diesen Winter somit als Übergangswinter zwischen Warm- und Kaltphase.
Betrachten wir den Verlauf des Winters nach Zorn. Er sieht, ebenso wie Brück, bereits im November erste winterlich anmutende Perioden. Zorn ist jedoch deutlich konkreter mit seiner Prognose: im letzten Herbstmonat soll der erste „markante Polarluft-Vorstoß“ stattfinden. Dieser soll im höheren Flachland für eine Schneedecke ausreichen. Das niedrige Flachland jedoch müsse sich mit nasskalter Witterung abfinden. Die Adventszeit würde ruhig und hochdruckgeprägt beginnen. Nur gelegentliche, flache Tiefdruckgebiete oder Inversionslagen würden die Ruhe unterbrechen. Zur Weihnachtszeit sieht Zorn einen starken Atlantikdurchbruch mitsamt milden Westlagen. Hier befindet sich Zorn im deutlichen Widerspruch mit Brück, welcher die Weihnachtszeit kühler sieht als in den vorherigen Jahren. Laut Zorn würde die Mildphase bis Mitte oder Ende Januar anhalten. Ende Januar würde der winterlichste Abschnitt beginnen: Zorn prognostiziert ein Hoch auf dem Atlantik, welches für eine Nordwest- bis Nordost-Strömung sorgen würde. Der damit verbundene Flachland-Winter würde sich phasenweise bis weit ins Frühjahr erstrecken. Eine Freude für Winterfans.
Kai Zorn geht mit seiner Prognose ein Risiko ein. Dadurch, dass seine Einschätzung so konkret ist, ist die Gefahr größer, deutlich daneben zu liegen. Brück geht die Wintervorhersage vorsichtiger an und verweist auf mittel-langfristige Indikatoren (z.B. Dezember-Einfluss auf den Februar). Es besteht die Möglichkeit, dass Zorn seine Prognose noch mehrmals deutlich anpasst. Auch dies gilt es im Auge zu behalten. Wer letztendlich Recht behält, wird sich nach dem Winter zeigen.

Beide vorhergesagten Winterverläufe haben eines gemeinsam: die Serie deutlich zu milder bzw. uninteressanter Winter würde sukzessiv ihr Ende finden. Einen „Supermildwinter“ schließen beide Experten aus. Der kommende Winter könnte also einige Überraschungen parat haben. Zum Abschluss noch ein kleines Schmankerl: Brück behauptet, dass uns 2020/21 ein waschechter Kaltwinter bevorsteht. Also: Kopf hoch, es tut sich was in der Wetterküche!

3. Oktober 2019

Zyklus-News: Neue Zyklen entdeckt! - Zwei davon werden 2020 entscheidend beeinflussen

12-Jahres Trübnis-Zyklus

Der 12-Jahres Trübnis-Zyklus existiert bereits seit (mindestens) 1960. Im 12-Jahres Abstand wurden wiederholt relativ sonnenscheinarme Jahre registriert. Es spielt bei dem Zyklus allerdings keine Rolle, ob die Abweichung des Sonnenscheins negativ oder positiv ist. Entscheidend ist, dass das Jahr eine geringere Sonnenschein-Dauer als das vorherige Jahr aufweist:

1960: -4% (Vorjahr: +28%)   ; Differenz zum Vorjahr: -32%
1972: -1% (Vorjahr: +10%)   ; Differenz zum Vorjahr: -11%
1984: -9% (Vorjahr: +3%)     ; Differenz zum Vorjahr: -12%
1996: -3% (Vorjahr: +4%)     ; Differenz zum Vorjahr: -7%
2008: +6% (Vorjahr: +10)     ; Differenz zum Vorjahr: -4%

Dem Zyklus zu urteilen wird 2020 ebenfalls sonnenscheinärmer als 2019.


12-Jahres Anti-Warm-März-Zyklus

Der 12-Jahres Anti-Warm-März-Zyklus existiert seit 1984. Im 12-Jahres Abstand wurden wiederholt Märze registriert, die zu kalt oder nur leicht zu warm waren. Ein deutlich zu warmer März ist ausgeschlossen. Insbesondere zu den Jahren davor und danach war das jeweilige Jahr kälter.

1984: -1,5 K
1996: -2,5 K
2008: +0,7 K

Dem Zyklus zu urteilen ist 2020 ein deutlich zu warmer März ausgeschlossen.


22-Jahres Sonnig-November-Zyklus

Der 22-Jahres Sonnig-November-Zyklus existiert seit mindestens 1967. Im 22-Jahres Abstand wurden wiederholt sehr sonnige November registriert.

1967: +22%
1989: +90%
2011: +88%

Der Zyklus beinhaltet dabei die zwei sonnigsten November seit Messbeginn 1951. Dem Zyklus zu Urteilen wird 2033 ebenfalls sehr sonnig.


22-Jahres Trocken-November-Zyklus

Der 22-Jahres Trocken-November-Zyklus existiert seit 1923 und ist eng mit dem 22-Jahres Sonnig-November-Zyklus verknüpft. Im 22-Jahres Abstand wurden wiederholt sehr trockene November registriert.

1923: -15%
1945: -29%
1967: -19%
1989: -28%
2011: -96%

Der Zyklus beinhaltet mit dem November 2011 den trockensten November seit Messbeginn. Dem Zyklus Urteilen würde der November 2033 ebenfalls zu trocken.